Heinz Lukas - Kindermann

Ariane und Blaubart - Paul Dukas

Bühnen der Landeshauptstadt Kiel

Bild: Ariane und Blaubart Presse:
Feministischer Fidelio
Paul Dukas Oper Ariane et Barbe Bleue in Kiel
So kommt es, dass sich wieder ein deutsches Theater für Ariane und Blaubart stark macht. Dem Regisseur Heinz-Lukas Kindermann ist in Kiel zusammen mit dem Bühnenbildner Hubert Popp ein plausibler und packender Zugriff auf das Stück gelungen. Ein riesiger Männertorso in der surrealistischen Manier Chiricos, Carras oder auch Dalis steht für das Burg-Innere Blaubart. Durchblicke auf märchenhafte lockende - horrorhafte Interieurs symbolisieren die von Ariadne wider alle Verbote geöffneten Türen.
Blaubart tritt anfangs als sonnenbrillenbewehrter Dandy ab, wird am Ende als misshandelter blutender Schmerzensmann auf einer Bahre hereingeschleppt, fesselt die Frauen nicht durch Gewalt sondern durch Mitleid.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Aufbruch nicht ohne Trauer
Zu den Vorzügen gehören die sorgfältige Regiearbeit von Heinz Lukas-Kindermann und die der pittura metafisica eines de Chirico oder Carrá verpflichteten, mit surreal-kubistischen Körperarchitekturen gebauten Bühnenbilder von Hubert Popp. Das traumhafte Suggestive der Darstellung ließ erkennen, dass Dukas und Materlinck in diesem Stück keine Grenze zwischen äußerem gesellschaftlichen innerem (psychischem) Drama ziehen.
Frankfurter Rundschau

Lohnende Wiederentdeckung Paul Dukas Ariane und Blaubart in Kiel
Männlichkeitswahn gegenüber weiblicher Hörigkeit.
Diese Pole setzen Regisseur Heinz Lukas- Kindermann sowie Hubert Popp (Bühne) und Marianne Stolp (Kostüme) in eindrucksvolle szenische Chiffren um, arbeiten dabei mit ebenso symbolhaft-aussagekräftigen wie schön gestellten Bildern. Die einhellige Zustimmung des Premierenpublikums zu einer Aufführung, die es ihm nicht immer leicht machte, lässt die Hoffnung zu, dass nicht erneut 67 Jahre vergehen müssen, bevor man sich hierzulande wieder an den Opernkomponisten Paul Dukas erinnert.
Opernwelt